Day 96: Bin ich der, der große Töne spuckt, aber nichts durchzieht?

Ich veröffentliche jeden Tag bis zum 01.01.2020 einen neuen Blog. 

Ich veröffentliche am 31.07.2020 mein erstes Buch. 

Meine Ziele. Ich will sie erreichen. Deshalb mache ich sie öffentlich. Ich sage der Welt, was ich vorhabe. Nicht um Aufmerksamkeit zu bekommen. Ich will die Ziele erreichen und teile sie mit der Welt, um den Druck erhöhen.
Schon im Oktober habe ich zweimal aus privaten Gründen das Schreiben eines neuen Blogs auf den nächsten Tag verschoben. Dann im November haben sich meine Prioritäten geändert. So habe ich gerechtfertigt, dass ich das tägliche bloggen für’s Erste an den Nagel hänge.

Meine neue Priorität war mein Buch. Ich plante und machte mir Gedanken. Zwei Wochen. Dann war der Führerschein meine Priorität und nachdem ich dort durchgefallen bin, wurde ich krank. Doch bis heute ist das Buch nicht wieder meine Priorität geworden. Und, um ehrlich zu sein, war es das auch nie. 

Unterbewusst war meine Priorität immer mein Muskelaufbau. Ich würde wahrscheinlich alles liegen lassen, um es noch ins Gym zu gehen. Wenn ich nicht ins Gym gegangen bin, habe ich meine Fortschritte und Erfolge von Sekunde zu Sekunde dahin welken sehen. Beständigkeit. Das wichtigste, um langfristig die Erfolge einzufahren, die man sich erträumt. Ein Mindset, welches ich im Bezug auf meinen Muskelaufbau besitze. Aber, wenn es um den Blog oder mein Buch geht, habe ich eine andere Denkweise. Leider. Das ist aber ein anderes Thema. 

Bin ich also jemand, der nicht durchzieht? Ich meine der Blog. Das Buch. Ja, irgendwie bin ich schon jemand, der nicht durchzieht. Offensichtlich. Das ganze spiegelt irgendwie perfekt mein Leben wieder. Ich rede immer mehr, als das ich tue. Leider. Das fällt mir immer wieder auf. Ich rede und weiß eigentlich gar nicht so richtig worüber. Vielleicht liegt es an mir. Vielleicht ‚bin ich so‘. Zumindest momentan. Vielleicht liegt es aber auch einfach daran, dass ich mir schon im Voraus nicht genügend Gedanken darüber mache. Aber es stimmt schon, dass ich sehr sprunghaft bin mit dem, was ich tue und sage, machen zu wollen. 

Nichtsdestotrotz war es eine gute Entscheidung das bloggen zu pausieren. Anfangs hatte ich viele Ideen. Es war viel Feuer und Leidenschaft dabei, wenn ich geschrieben habe. Ich habe mich enorm drauf gefreut und mich hat es in den Fingern gejuckt, wenn ich nicht schreiben konnte. Mit der Zeit gingen mir jedoch die Themen aus. Zumindest im Bezug auf meine neben dem FSJ und dem Gym verfügbare Zeit. Die Qualität sank und genau das waren auch immer öfter meine Themen. Ich hab keine Themen und die Qualität lässt zu wünschen übrig. 

In dieser Zeit ist bei mir auch auf emotionaler Ebene viel passiert. Ich hatte keine Lust mehr mir irgendwie krampfhaft Themen aus den Fingern zu ziehen, die ich abarbeite. Ich wollte über die Themen schreiben, die mich gerade so bewegen. Vielleicht kam ich deshalb auch auf die Idee ein Buch zu schreiben. Neben der Arbeit und dem Gym hat mich der Blog dann zusätzlich zeitlich eingeschränkt. Ich wollte über die Dinge schreiben die mich beschöftigen, aber ich wollte sie auch nicht im Zuge des Blogs veröffentlichen, da sie zu aktuell und persönlich waren. 

Das Buch war die perfekte Ausrede in dem Moment. Ich hatte einen Grund mit dem bloggen aufzuhören und konnte im Zuge dessen auch über Themen schreiben, die mich aktuell berühren. Und das tat ich auch. 

Es war, wie gesagt, eine gute Entscheidung das tägliche Bloggen ruhen zu lassen. Ich hatte Zeit mich zu sammeln, meine Gedanken zu sortieren und mich auf meine Gefühle zu konzentrieren. Jetzt, wo die inneren Konflikte und Gefühlsduseleien überwunden sind, macht es wieder Spaß zu bloggen. Ich habe wieder neue Themen, Zeit und Lust zu schreiben. Es macht einfach wieder Laune. Es juckt mich wieder in den Fingern. Ich kann es wieder kaum erwarten zu schreiben. 

Und was ist mit dem Buch? Da verweise ich auf ‚Day 93: Mein Buch und ich…(Realtalk)‘. Mal schauen, wie es weiter geht. Ich will weiter produzieren. Falls es ein Buch ist, ist es ein Buch. Falls nicht, nicht. Aber die Reise geht weiter. 

Fazit: Ja, ich spucke große Töne. Ja, ich ziehe nichts so durch, wie ich es ankündige. Leider. Manchmal schlägt das Leben aber eine andere Richtung ein und du stehst plötzlich vor neuen Situationen und Herausforderungen. Manchmal machst du dir auch einfach zu wenig Gedanken über Dinge und handelst voreilig. Alles Dinge, aus denen ich lernen kann. Und letztendlich kann jeder das sehen wie er möchte. Für einige bin ich vielleicht der, der nichts durchzieht. Für mich bin ich das manchmal auch. Aber es geht dann auch da wieder darum, damit seinen Umgang zu finden. Es geht darum zu hinterfragen, aus welchen Gründen man sich so und so entscheidet. Es geht darum ehrlich mit sich selbst zu sein. Und es geht darum Entscheidungen zu treffen und mit ihren Konsequenzen zu leben.

Gruß.

Kuss. 

Fritz Jesse Lau

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