Day 94: Mein Buch und ich… (Realtalk)

31. Juli 2020. Deadline Day. Ich veröffentliche mein erstes Buch. 

Anfang November habe ich mit diesen Worten auf Instagram bekannt gegeben, dass ich ein Buch veröffentlichen werde. Ich habe täglich an der Planung gearbeitet. Ich wusste noch nicht worum es gehen soll. Ich habe mir im Zuge dessen viele Gedanken gemacht, viel aufgeschrieben und hatte ein immer und immer genaueres Bild vor Augen, wie das Konzept des Buches aussehen soll. 

Am 19. November kam es dann zu einem Wendepunkt in Sachen Priorität. Mein Fahrlehrer sagt mir, dass ich in neun Tagen Führerscheinprüfung habe, da sonst meine Theorie abläuft. Da ich noch sehr unsicher gefahren bin, habe ich gerade auch in Anbetracht der Kosten, die bei meinem Durchfallen auf mich zukommen könnten, das Bestehen der Führerscheinprüfung zu meiner obersten Priorität erkoren. Zumindest für die nächsten neun Tage. Aber das Buch kam nicht einmal an zweiter Stelle, sondern das Gym. In der Zeit, in der ich mich nicht auf den Führerschein vorbereitet habe, war ich im Gym oder habe mich um meine sozialen Kontakte gekümmert. Das Buch hat zu diesem Zeitpunkt schon gar keine Rolle mehr gespielt. 

Nachdem ich die Prüfung nicht bestanden habe, wollte ich Anfang Dezember wieder durchstarten. Dies wurde leider gehemmt durch eine Grippe, die mich für 7 Tage komplett lahmlegte. Nichts ging mehr. Die ersten drei Tage war ich zusammengerechnet zehn Stunden wach und habe den Rest der Zeit geschlafen. Als ich mich wieder einigermaßen fit gefühlt habe, ging ich wieder zur Arbeit und wollte wieder Sport machen und am Buch arbeiten. Doch mein Körper hatte etwas dagegen. Ich hatte mit Schwächeanfällen zu kämpfen und konnte höchstens 70 % geben. Ich kam jedoch nie bei 100 % an. Diese Zeit geht bis zum heutigen Tage. Ich habe meine Grippe wie im Juli verschleppt. Ich habe nicht auf meinen Körper gehört, aber das ist ein anderes Thema. 

Da ich meine Ziele im Bezug auf meine Website komplett vernachlässigte, habe ich das tägliche bloggen wieder aufgenommen. Meine Ausrede nicht mehr täglich Blogs zu veröffentlichen war, dass ich die Zeit brauche, um an meinem Buch zu arbeiten. Aber wie eben gesagt, habe ich über einen Monat nicht mehr an dem Buch gearbeitet. 

Was passiert also mit dem Buch? Habe ich mir ausreichend Gedanken darüber gemacht, ob das Schreiben eines Buches das ist, was ich wirklich will? Habe ich überhastet gehandelt, als ich auf Instagram gepostet habe, dass ich ein Buch schreiben werde? Oder habe ich nur nicht mehr weiter gemacht, weil ich Angst habe? Vielleicht. Ich denke die Antwort liegt irgendwo in der Mitte. Es ist eine Mischung aus allem. Ja, ich habe mir nicht genügen Gedanken gemacht. Ja, ich habe zu schnell jedem davon erzählt, dass ich ein Buch veröffentliche. Und ja, ich habe auch Angst davor es zu schreiben. Zumindest, wenn ich das Buch so umsetze, wie ich es mir bis jetzt gedacht habe. 

Aber warum wollte ich den überhaupt erst ein Buch schreiben? 

Ganz einfach. Ich will um Teufel komm raus nicht studieren. Kein ‚normales’ Leben führen. Ich will mein eigenes Ding machen. Etwas schaffen. Jemand sein. Besonders sein. Außergewöhnlich. Ich will bewundert werden. Für die Person, die ich bin. Für das, was ich tue. Ich will, dass man über mich sagt, ich hätte es geschafft. Aber womit schaffe ich es? Womit werde ich erfolgreich? Ich habe keine außergewöhnlichen Talente oder so. Aber immer wieder haben mir Leute gesagt, dass ich gut schreibe. Das heißt, ich muss irgendetwas schreiben. Da liegt doch das Schreiben eines Buches nahe oder nicht? 

Das war ich vor circa zwei Monaten. Doch im Laufe meiner Krankheit, wo ich viel nachgedacht habe, kam dann der Mindsetswitch, der mich nicht mehr losgelassen hat. Das Wissen, dass Erfolg von innen kommt und nicht von aussen, hat sich auf einmal spürbar gemacht. Ich wollte immer nach aussen wirken, wie jemand erfolgreiches. Außergewöhnlich sein. Besonders sein. Doch das alles brauche ich eigentlich gar nicht. Es reicht mir vollkommen, einfach zu sein und ein ‚normales‘ Leben zu führen. Solange ich im Reinen und zufrieden mit mir bin. Viel Druck viel im Laufe dieses Prozesses von mir ab. Ich fühlte mich freier und hatte das Gefühl, ich könnte jetzt mehr und mehr auf mein Herz hören. Ich wurde ruhiger und ausgeglichener. 

Heißt das jetzt, dass ich kein Buch schreibe? 

Das ist eine gute Frage. Momentan habe ich ehrlich gesagt keine Lust und mehr Lust auf andere Dinge. Es ist nicht mehr meine Priorität. Aber ich habe mich auch seit über einem Monat nicht mehr wirklich mit dem Gedanken auseinandergesetzt. Ich werde also wieder anfangen. Ich werde nicht aufhören zu schreiben. Ich werde mir weiter Gedanken machen. Ich werde weiter planen. Ich werde weiter nach einem Konzept suchen, mit dem ich mich gut fühle. Ich werde weiter an diesem Ziel arbeiten. Denn auch, wenn ich nicht mehr das Bedürfnis habe, wie vorher. Auch wenn ich nicht mehr die Leidenschaft verspüre wie vorher, geht es auch darum eine Sache durchzuziehen. Egal, ob man da gerade Lust drauf hat oder nicht. Einfach mal machen und nicht immer verkopfen. 

Danke fürs Lesen.

Du geiles Stück Schnitzel. 

Gruß

Kuss

Fritz Jesse Lau

1 Antwort zu “Day 94: Mein Buch und ich… (Realtalk)”

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