Day 102: Warum der Morgen die geilste Tageszeit ist.

Ich liebe den Morgen. Es gibt für mich kaum eine geilere Zeit. Nur die Abende, die ich mit meinen Freunden verbringe können das toppen. Aber das war nicht immer so. Früher habe ich den Morgen gehasst. 

Morgens, wenn ich von diesem Scheiß-iPhone-Wecker geweckt wurde, bin ich erstmal in ein tiefes Loch aus Unzufriedenheit und Lustlosigkeit gefallen. Ich hatte keinen Bock aufzustehen. Ich wollte einfach weiter schlafen. Ich hatte keine Lust jetzt zur Schule oder zur Arbeit zu fahren. Dann als die Schule vorbei war, habe ich mir vorgenommen jetzt jeden Tag einfach so lange zu pennen, wie ich wollte. Ich hatte nichts zu tun und konnte mir das dementsprechend erlauben. Ich bin den Großteil der Tage zwischen zehn und elf aufgewacht. Doch auch das Ausschlafen hat meinen Morgen nicht besser gemacht. Ich war sogar noch unzufriedener, weil ich nichts zu tun hatte. Ich lag einfach stundenlang im Bett und habe irgendwelche Fokus und Verschwörungstheorien geschaut. Und ehe ich mich versah, war der Tag auch schon rum. Meine einzige Freude damals waren Clash Royale Livestreams. 

Ich habe schon oft darüber geschrieben und hier nochmal: Nach drei Monaten war ich so unzufrieden mit meinem Leben, das sich etwas ändern musste. Also stehe ich seit Anfang November 2017 wieder früh auf. Ich hatte einfach keine Struktur mehr in meinen Tagen und habe mir die so einfach selbst gegeben. Und trotzdem blieb da dieses Loch morgens, das noch tiefer wurde, wenn ich mit dem Gedanken aufgewacht bin, in einer Stunde los zur Arbeit zu müssen.

Und ich denke jeder kennt es. Man wird vom Wecker geweckt, drückt vielleicht noch zwei, dreimal Snooze und rollt sich dann mit dröhnenden Kopf, einem Kilo Schlaf in den Augen und Augenringen, die wie riesige Gesichtstattoos aussehen, aus dem Bett. Man ist viel zu spät dran und muss sich bei allem hetzen. Und vielleicht steht man auch immer rechtzeitig auf und man ist trotzdem morgens kacke drauf und hat keinen Bock. Wie macht man also aus dem Morgen eine Zeit, auf die man Bock hat?

Die einfache Antwort ist: Mach Dinge, die dir Spaß machen oder dich einem deiner Ziele näher bringen. Und wie baut man sowas am besten ein? Indem man früher aufsteht.

Ich habe also angefangen früher aufzustehen und in der Zeit Dinge gemacht, die mich motiviert haben und Spaß gemacht haben. Beispielsweise bin ich eine Zeit lang direkt nach dem Aufstehen ins Fitnessstudio gefahren oder habe an meinen Blogs gearbeitet. Mittlerweile stehe ich auf und gehe direkt erst einmal Joggen. Gut, das mache ich erst seit sieben Tagen, aber es macht mir Spaß und ich fühle mich danach wesentlich wacher und energiereicher. Außerdem habe ich dann schon etwas geschafft. Ich habe eine Sache, die ich jeden Tag unbedingt machen möchte, schon hinter mich gebracht. Ich habe schon ein kleines Erfolgserlebnis, von dem ich den ganzen Tag zehren kann. Ich bin viel motivierter, als wenn ich nur mit dem Gedanken aufstehe, gleich zur Arbeit zu müssen. 

Ich weiß ja jetzt nicht, was dich motiviert. Vielleicht willst du auch Sport machen, an deinen Zielen arbeiten, Musik machen, einfach länger Duschen oder jeden Morgen ein geiles Frühstück haben. Ich habe schon viele Dinge ausprobiert, die ich in meinen Morgen integrieren wollte, doch ich habe die meisten verworfen, da sie für mich einfach einen Stressfaktor darstellten. Ich musste mich mehr dazu zwingen, als das ich Spaß daran hatte. Das soll so ja nicht sein. Ein bisschen Überwindung gehört immer dazu, da man ja vielleicht auch früher aufstehen muss. Aber letztendlich geht es ja darum, den Morgen schöner zu gestalten. Wie du das schaffst oder, ob du das überhaupt brauchst, musst du wissen. Ich kann es nur empfehlen, da ich, egal, was am nächsten Tag ansteht, immer mit einem positiven Blick auf den nächsten Morgen einschlafe und an eben jenem auch aufwache. Ich habe Bock Joggen zu gehen und fitter zu werden. Ich habe Bock morgens meine Zeit zu nutzen, um an meinem Blog zu arbeiten. Und ich habe Bock morgens ins Gym zu gehen, um weiter daran zu arbeiten, den Körperbau zu bekommen, den ich haben möchte. Würde ich diese Dinge nicht nach dem Aufstehen machen, würde ich sie trotzdem machen wollen. Das müsste ich aber dann nach der Arbeit machen. Ob ich danach noch genügend Energie und Willensstärke habe, weiß ich nicht. Ich weiß auch nicht, was noch so im Laufe des Tages dazwischen kommt. Aber ich weiß, dass ich morgens Zeit habe. Und die will ich nutzen. 

Gruß

Kuss

Fritz Jesse Lau

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